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David Beyer erzählt über Kurioses und Interessantes, das ihm in seinem Leben begegnet.

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Aux mairies, citoyens, signez vos pétitions !

Juhu! Die zuletzt von mir beschriebenen Bestrebungen in Hessen für eine Klage vor dem Staatsgerichtshof gegen die Studiengebühren sind mit Erfolg gekrönt worden.

Statt der benötigten 43.308 Klagen gingen schon mehr als 62.500 Klagen ein!

Damit wird die Sache also verhandelt und es bleibt die große Hoffnung auf eine Bestätigung der Verfassungsunrechtmäßigkeit von Studiengebühren in Hessen.
25.6.07 02:03


Wo „Studiengebühren“ und „Klage“ sich treffen

Während ich hier in Baden-Württemberg meinem Schicksal als studentischer Bezahler nicht mehr entrinnen kann und meinen ersten Obolus bereits geleistet habe und eben schon wieder abarbeite, besteht nebenan in Hessen noch die Chance, was dagegen zu tun.

Dort läuft nämlich grade eine Kampagne für eine „Verfassungsklage gegen Studiengebühren in Hessen“. Dort geht es darum, dass die Studiengebühren auf ihre Verfassungsmäßigkeit überprüft werden – laut Verfassung muss der Unterricht an Hochschulen „unentgeltlich“ sein –, wenn 43.308 wahlberechtigte hessische Bürger (1% aller Wahlberechtigten) eben diese Klage einreichen.

Das Verfahren ist eigentlich nicht arg schwer. Man muss nur das auf der Website zu findende Formular im Rathaus (bzw. Bürgerbüro o. ä) unterschreiben und sich abstempeln lassen und an den Frankfurter AStA schicken, der die Formulare zentral sammelt. Die Aktion läuft noch bis Ende Mai und man muss zum Zeitpunkt der Unterschrift bereits seit drei Monaten den ersten Hauptwohnsitz in Hessen haben.

Zugegeben, als in Baden-Württemberg studierenden Hessen nutzt einem das alles nicht viel, aber man zeigt immerhin mit wenig Aufwand Solidarität mit den hessischen Studenten gegen die Studiengebühren! Und auch als Nicht-(mehr-)Student kann man sich hier solidarisch zeigen. Ich hab jedenfalls mein möglichstes getan und meine in Hessen wohnende Familie schon dazu gebracht, bei der Aktion auch mitzumachen.
30.3.07 21:59


Wo „sozial“ und „Studiengebühren“ sich treffen

Jaja, so kommt zusammen, was man nicht zusammen erwartet. In den letzten Wochen ging mein Wohnort Eppelheim ja durch die bundesweiten Medien (z. B. Spiegel Online, FAZ), denn Bürgermeister Mörlein hatte angekündigt, dass Studenten sich die 500 € Studiengebühren durch 60 Stunden soziale Arbeit à 8,33 € bei der Stadt verdienen könnten.

Ich selber habe nicht durch den ursprünglichen Aufruf in der RNZ davon mitbekommen, sondern erst über das erste Echo hierauf in der Bild Rhein-Neckar (danke an die Familie daheim ) und den Auftritt des Bürgermeisters beim RNF. Obwohl es bei beiden so klang, als hätten sich schon viele beworben und ich mir kaum mehr Hoffnung gemacht habe, fürs kommende Semester noch was zu kriegen, habe mal dem Bürgermeister gemailt und kurz darauf wurde ich von der Theodor-Heuss-Schule kontaktiert, die mich zu einer Art „Vorstellungsgespräch“ einlud. Was alles noch relativ unverbindlich klang, war dann aber schon fest abgesteckt und es ging bei diesem Gespräch nur noch um die Terminabklärung u. ä. und ich erfuhr, dass ich Hausaufgabenbetreuung für Dritt- und Viertklässler an ebenjener Grundschule machen soll – gemeinsam mit einer Lehramtsstudentin und gleich ab nächster Woche. Und um das ganze noch zu toppen, wurde mir noch mitgeteilt, dass auch noch RTL einen Beitrag für das „Nachtjournal“ mit uns machen wolle. Was ein Opening ...

Aus der RTL-Sache wurde trotz festen Termins und Abklärung aller Modalitäten dann spontan leider doch nichts (wir warteten auf das Team und wurden dann nach einer Stunde unterrichtet, dass sie am Tag davor abgesagt hätten) und bis jetzt hat sich keiner mehr von denen gemeldet, aber die Betreuung selbst lief in der nächsten Woche an und inzw. habe ich schon fast zwei Wochen hinter mir.

Und ich muss sagen, dass es eigentlich ein recht angenehmer Job ist. Mit dem Kram der 3. und 4. Klasse hat man als Mensch mit Abitur wirklich keine Probleme – nur die deutschen Begriffe der Grammatik verwirren ein wenig, da man selbst längst nur noch die lateinisch inspirierten Begriffe kennt  –, die Anzahl der Kinder ist auch noch so, dass man sie noch „bändigen“ kann und zudem ist die Schule keine 5 Gehminuten von meiner Wohnung weg.

Natürlich muss man anmerken, dass es der Stadt Eppelheim finanziell ziemlich gut geht und man sich solch ein Angebot anzubieten daher erlauben kann, ohne an anderer Stelle dafür groß einzusparen. Und diese Hausaufgabenbetreuung wurde auch m. W. jetzt komplett neu an der Schule eingerichtet. Wie es da mit den Sozial-Jobs Anderer aussieht, weiß ich allerdings nicht.

Und naja, zusammenfassend kann ich sagen, dass das Ganze irgendwie schon eine recht gute Idee ist und für die meisten Beteiligten eigentlich Vorteile bringt. Die Kinder bekommen zusätzliche kostenlose Betreuung, die Studenten haben eine nette Arbeit für einen ertäglichen Lohn und tun auch was soziales und der Bürgermeister bekommt mit Studenten auch Leute die keine allzu schlechte Bildung haben und kann außerdem die Familienfreundlichkeit seiner Kommune groß präsentieren (und das sogar noch bundesweit ).
29.3.07 03:13


Aber bitte blutig!

Am Donnerstag war ich mal wieder Blutspenden. Seitdem ich letztes Jahr meine vierjährige Abstinenz unterbrochen habe und in Eppelheim mal wieder dort war, bekomme ich ja auch wieder Benachrichtigungen über den nächsten Termin. Und nachdem also das letzte Schreiben des Blutspendediensts mir offenbarte, dass man mich doch in Wieblingen erwarte und der Tatsache, dass es jetzt vom Pfaffengrund aus mit der Linie 34 eine Busverbindung nach Wieblingen gibt, bin ich also mal wieder zum Aderlass.

Während man ja dann ja dort so wartet (damit verbringt man beim Blutspenden ja die meiste Zeit), hat man natürlich auch genug Gelegenheit, mal nachzudenken. Dabei ist mir bewusst geworden, dass ich meine jetzt fünf Spenden doch tatsächlich in vier verschiedenen Orten (Viernheim, Klinikum MA, Eppelheim, HD-Wieblingen – und damit sogar auch gleichzeitig noch in vier verschiedenen Kreisen und zwei verschiedenen Ländern) abgegeben habe.

Da fallen einem natürlich auch gewisse Unterschiede auf. Und zwar hauptsächlich bei der „After-Show“ – dem Imbiss! Während man da in Viernheim schon immer recht einfach mit exakt einem Käse-, einem Wurstbrötchen, einer Tafel Schokolade und irgendwas obstigem abgespeist wurde und im Klinikum aufgrund der Umstände natürlich einfach Bons fürs Casino ausgegeben wurden, waren da die Verköstigungen in den etwas kleineren Orten Eppelheim und Wieblingen doch schon von anderem Kaliber. In Wieblingen diese Woche gab’s drei warme Gerichte zur Auswahl (Gemüsemaultaschen, Kasseler und ein Paar Wienerle – jew. mit Kartoffelsalat) und dazu noch Puddings und Obst. In Eppelheim trumpfte man letztes Jahr im Sommer dagegen mit einer Art kaltem Buffet zum selber Bedienen mit Brötchen und vielen auswählbaren Belägen, Wurstsalat, Kuchen, Obst usw. auf.

Irgendwie finde ich diese Unterschiede doch interessant und ich denke, dass das wohl auch mit den Umständen zusammenhängt. So war in Viernheim mit der größten Veranstaltung und den sich am öftesten wiederholenden Terminen der Imbiss der kleinste, während in Wieblingen mit abnehmender Größe und abnehmender Terminfrequenz das Essen größer wurde und in Eppelheim, wo man schon nicht mehr in einer Sporthalle, sondern nur noch in einem Klassenzimmer zum Spenden war und am seltensten Blutspendetermine stattfinden, man dagegen bereits bei einer Art Buffet angekommen ist.

Wenn ich das so zu Ende denke, müsste ich doch direkt beim nächsten mal in irgendein ganz kleines Odenwald-Dorf gehen und dort spenden. Nach obiger Logik müsste ich ja dann dort den kulinarischen Himmel auf Erden als „Imbiss“ bekommen.

Über die spaßigen Erlebnisse, wenn man „grenzüberschreitend“ Blut spendet, müsste ich noch ein anderes mal berichten.
11.3.07 04:36


Ganz ohne Fehler quellen Untersuchungen (oder so ähnlich)

Die Leerzeicheneritis nimmt immer krassere Züge an. „Auto Wäsche“, „Puder Zucker“ und „Flädle Suppe“ sind ja an sich schon schlimm genug, können aber mit gutem Willen – und den braucht man heutzutage – wenigstens noch gleich verstanden werden. So richtig beschissen wird es aber, wenn man sich einen Ausdruck erst regelrecht verständlich machen muss.


Versuchst Du noch zu verstehen oder läufst Du schon dran vorbei?
7.1.07 04:02


Input – Output – kaputt

Was kommt raus, wenn man schon nicht ganz so einwandfreies Deutsch nochmal richtig schlecht (wohl maschinell) in mehrere Sprachen übersetzt und das Ergebnis dann ohne jegliche Überprüfung weiterverwendet?


Dieses sprachliche „Wunderwerk“ ist mir letzte Woche in einem Bus der Linie 144 von der Feudenheimer Straßenbahn-Endstelle in Richtung Ilvesheim begegnet. Es zeigt mal wieder gut, dass es noch viel für uns Computerlinguisten zu tun gibt.
15.10.06 04:04


Rost reloaded

Ich muss meinen vorletzten Beitrag bzgl. der Aussprache des Wortes „Rost“ (in der Bedeutung eines Backofen- oder Grillrosts und nicht in der des oxydierten Metalls) nochmals aufgreifen. Inzw. ist mir nämlich eine nette Seite inkl. Karte der Uni Augsburg im Internet begegnet, die sich mit dem Thema beschäftigt:
http://www.philhist.uni-augsburg.de/de/lehrstuehle/germanistik/
sprachwissenschaft/ada/zweite_runde/geroestet/


Laut dieser Seite ist also die Aussprache mit langem „o“ doch tatsächlich die ältere und eigentlich richtige, während die kurze Aussprache eine Art Neuschöpfung ist, in deren Resultat die sprachliche Unterscheidung zwischen beiden Bedeutungen des Wortes aufgehoben wird. Die „falsche“ Aussprache ist jedoch heute im gesamten deutschen Sprachraum viel verbreiteter und die mir bekannte Aussprache ist zwar noch verhältnismäßig breit gestreut, aber doch besonders nur (noch?) im Süden/Südwesten verbreitet.
5.10.06 16:54


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